Was sind Votivschiffe?

Votivschiffe leiten sich aus dem lateinischen "ex-voto" ab, "votum" bedeutet "Gelübde". Die typische Geschichte hinter einem Votivschiff ist eigentlich, dass ein Seemann sich auf hoher See in höchster Not bedfindet und Gott verspricht, ihm ein Schiff zu schenken, wenn er diese Notsituation überlebe. In der nächsten Kirche, die er erreicht, oder in seiner Heimatkirche stiftet der Mann dann tatsächlich ein solches Schiff.

 

Dieser Brauch entstammt dem katholischen Glauben und ist rund um das Mittelmeer verbreitet gewesen. Man kann in Spanien und Portugal, Griechenland und Italien auf Votivschiffe stoßen. Dieser Brauch ist dann nach Mittel- und Nordeuropa übernommen worden. Allerdings fehlt die oben skizzierte Geschichte in aller Regel. Im evangelischen Einzugsbereich ist das aufgehängte Schiff mehr Schmuck und Zierde, oftmals weil eine Person oder ein Verein sich verewigen möchte, weil man an bestimmte Personen oder Ereignisse erinnern will. Insofern sind diese Schiffe streng genommen keine Votivschiffe, werden aber auch dort zumeist als solche bezeichnet. In Dänemark spricht man, leicht mißverständlich, vom "Kirchenschiff" (kirkeskib), auch von "Schmuckschiffen" oder "Schiffsmodellen in Kirchen" ist zuweilen die Rede.

 

Nach wie vor trifft man im Mittelmeerraum auf Votivschiffe. An der gesamten französischen Küste sind Votivschiffe zu finden, insbesondere in der Bretagne. In den Niederlanden gibt es ca. 100 Votivschiffe. Die meisten Votivschiffe findet man mit Abstand allerdings in Dänemark, es dürften um 1400 Exemplare sein. Auch Schweden ist recht gut bestückt. In Deutschland findet sich die meisten Schiffe natürlich an der Küste, in Mecklenburg-Vorpommern sind es fast 50, in Schleswig-Holstein ebenfalls.